Schlagwort-Archive: Fate

Wunsch ist Wunsch, Teil 3: Fantastischer Grusel

Auf der Suche nach dem Mörder darf der Spielleiter der Gruppe ruhig einige rote Heringe, also falsche Spuren, auslegen. In der ursprünglichen Runde waren es merkwürdige Runen, die an die Stallwand gemalt waren, aber teilweise verwischt worden waren. Es stellte sich heraus, dass die Schankmaid und der Knecht, der auch ihr Bruder war, damit den Winter beenden und den Frühling rufen wollten, während der Priester die falsch gezeichneten Runen wieder abwaschen wollte mit dem Argument, dass die falschen Runen sonst die entgegengesetzte Wirkung haben können und außerdem sei es ja seine Aufgabe, Schutzzauber zu zeichnen. Eine weitere Idee könnte ein kranker Soldat sein, der ähnliche Symptome wie das Kind zeigt, aber nur an einer Vergiftung durch gepanschten Alkohol leidet, oder andere NSCs, die verhindern wollen, dass die Charaktere bei ihrer Nachforschung auf illegale Geschäfte stoßen.

Falls bereits einer der Charaktere den Sohn des Kommandanten unter Verdacht hat, kann er das Kind untersuchen – gegenüber der Mutter sollte man dazu natürlich eine gute Ausrede parat haben. Bei der Untersuchung des Kindes findet sich zwischen dessen Zehen ein kleiner Holzsplitter, bei näherem Hinsehen lässt sich feststellen, dass er von dem Holz der Treppe des Haupthauses stammt. Seine Mutter gibt allerdings an, dass sie die ganze Nacht am Bett des Kindes gewacht habe, und sie habe nicht bemerkt, dass der Junge das Bett in irgendeiner Weise verlassen habe. Weiterlesen

3 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemein, Rollenspiel

Wunsch ist Wunsch, Teil 2: Fantastischer Grusel

und hier Teil 2 des Wunsches, das eigentliche Abenteuer:

Die Charaktere (am besten kennt die Gruppe sich bereits, auch bei „frischen“ Charakteren geht so etwas recht schnell über ein, zwei Verbindungen, bei FATE gehört es sogar zur Charaktererschaffung dazu) sind im Winter unterwegs, ein dringender Auftrag zwingt sie dazu (jemand liegt im Sterben, ein Angriff einer feindlichen Macht droht, eine Naturkatastrophe hat sich ereignet..). Das Wetter wird immer schlechter, aber bevor sie im Wald ihr Lager aufschlagen müssen, erreichen sie das rettende Fort.

Wenn der Spielleiter möchte, kann im Wald bereits eine erste unheimliche Begegnung stattfinden – unheimliches Heulen, obwohl „doch jeder weiß, dass es in diesem Teil der Welt keine Wölfe gibt“, Stimmen, die aus dem Nichts kommen, oder merkwürdige Lichter, die hinter den Bäumen herumgeistern und unmöglich natürlichen Ursprungs sein können. Vielleicht hat einer der Charaktere eine Legende parat über die Gegend, sollten Elfen oder Zwerge (oder ein beliebiges anderes Fantasyvolk) in der Gruppe sein, können diese ihren Mitreisenden ein mulmiges Gefühl verursachen, indem sie bekannt geben, dass in ihrem Volk die Gegend als „verflucht“ gilt, und der Name in ihrer Sprache etwas Unheimliches bedeutet (Tod, Leid, Verderben, etc.. ein beliebiger Thesaurus sollte da eine Menge hergeben). Weiterlesen

2 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemein, Rollenspiel

Wunsch ist Wunsch, Teil 1: Fantastischer Grusel

Mir wurde der Wunsch von Andreas (http://www.andreasmarcus.com/) zugelost:

„Ein Horrorszenario/Kurzabenteuer in einem klassischen Fantasysetting, dass sich gut für einen One-Shot (spielt sich an einem Abend durch) eignet“

That’s a tough one, I have to admit.

Ein Abenteuer, das nach Möglichkeit nur einen Abend lang dauert, geschenkt. Horror, auch kein Thema, ich spiele ja nun gerne Cthulhu und Unknown Armies, ersteres gerne mit selbsterdachten Szenarien. Aber Horror in einem Fantasysetting? Das ist schwierig, denn für mich ist eine klassische Fantasywelt bevölkert von Helden, die sich per se schon mal nicht wirklich fürchten und einen Vampir oder Werwolf herzhaft anlachen und dann mit einem magischen Artefakt besiegen, und armen Schluckern, die mehr oder minder an hochmittelalterliche Menschen angelegt sind, die sowieso vor allem Angst haben, was sich jenseits der Grenze ihres Dorfes, ihres Stadtviertels oder ihres Klosters befindet.

Also: Wunsch unerfüllt lassen? Absolutes No go, ich möchte ja auch, dass mein Wunsch erfüllt wird. Wunsch halb erfüllen? Noch einen Horror-Oneshot braucht mein Portfolio nicht wirklich, da sind schon welche drin.

Und während ich noch am „klassischen Fantasysetting“ knabbere und meinen Blog überfliege, muss ich mich fragen, ob ich manchmal von zwölf bis mittag denke (ich schiebe es auf den Umzugsstress..). Denn genau das, was Andreas sich wünscht, habe ich bereits einmal geleitet:

https://storiesandcharacters.wordpress.com/2012/08/30/malmsturm-die-chroniken-von-udyra-diary-of-sessions/

Ich weiß jetzt nicht genau, was mit „klassischem Fantasysetting“ gemeint ist (ja, ich hätte einfach fragen können, aber der Dezember kommt immer so schnell, und der Umzugsstress – ich hab es einfach versäumt), aber die „Chroniken von Udyra“ waren nie als solches angelegt. Für mich persönlich gehören zu „klassisch“ Elfen, Zwerge und Orks. Das macht aber insofern gar nichts, weil auch die in das Szenario gut eingebaut werden können.

Aber zurück zum Abenteuer: Grundprämisse des damaligen Abenteuers war das allseits bekannte und beliebte (weil relativ einfach) Closed-Room-Szenario. Die Idee, dass eine Gruppe Wanderer auf ihrer Wanderung durch die winterliche Landschaft in einem Fort oder einem ähnlichen abgeschlossenen Ort vorbeikommt und durch meist klimatische Widrigkeiten an der Weiterreise gehindert wird, ist allerdings ursprünglich nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern der Plot des (recht kurzweiligen) kanadischen Horrorfilms „Ginger Snaps 3 (http://de.wikipedia.org/wiki/Ginger_Snaps_III_%E2%80%93_Der_Anfang). Ich hoffe, das stört den Wunschersteller nicht, aber ich muss ja nicht unbedingt das Rad erfinden, wenn eine Idee schon dreimal gut funktioniert hat (meinen Spielern damals hat die Runde jedenfalls viel Spaß gemacht, der Film lohnt ein Angucken, und unsere darauf basierende Dogs in the Vineyard-Runde war auch sehr spannend), wird sie auch mit Sicherheit ein viertes Mal funktionieren.

2 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemein, Rollenspiel

Roman-tisch

Ja, das ist ein unglaublich dummes Wortspiel, ich gebe es zu, aber es beschreibt das, was mir vorschwebt.

Ich bin eine Atmotante, eine Märchenerzählerin und Weltenbauerin. Ich bin keine Freundin großer Regeldiskussionen und von Berechnungen ausgewogener Würfel, und Handlungsanweisungen schreibe ich schon bei der Arbeit.

Lange Rede, kurzer Sinn: Auch wenn mir PDQ viel Spaß macht, Regeln an Geschichten flanschen ist nicht mein Ding, und so werden zumindest Cathedral und mein Endzeitsetting Seòl-mara (aus der Tanelorn-Challenge 2012) ihren Weg aus der Rollenspielecke in die Romanecke antreten. Seòl-mara würde ich dabei gerne zum Schauplatz meiner Shared World machen (siehe hier)

Das bedeutet natürlich nicht, dass man nicht in diesen Welten spielen dürfte, aber die Regelbücher muss dann jemand anderer schreiben.

Bei den Chroniken von Udyra hat sich das Spielen als zu schön erwiesen, als dass ich da den Fokus vom Rollenspiel weg legen möchte, aber falls jemand winterliche Sword and Sorcery im Hellfrost-Stil mag und sich zu Fate berufen fühlt, darf er oder sie mir gerne unter die Arme greifen.

Meadow Explorers bleibt auch ein Rollenspiel, aber gerade fehlt mir da die Inspiration. Vermutlich, weil es auf den Herbst zugeht und außer Fliegen und Spinnen gerade nicht mehr soviel unterwegs ist..

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein, Rollenspiel, Schreiben

Rollenspiel goes TV, pt. 2: More than a script for my reality

Und weiter geht es bei Rollenspiel goes TV, diesmal mit einem eher jungen Format, das in seiner Qualität stark schwankt, aber dennoch viel Spaß machen kann: Die Doku-Soap. Ich rede hier allerdings von den Sendungen, die ihren Schwerpunkt eher auf „Doku“ als auf „Soap“ legen (unter anderem deswegen, weil ich solche Perlen der TV-Unterhaltung wie Berlin zu jeder Tageszeit noch nie gesehen habe – auch ich gucke mir nicht alles an).

Damit sind Serien gemeint, deren Inhalt zwar teilweise unter den Sammelbegriff „Scripted Reality“ fallen dürfte (legt mich da nicht fest, ich bin keine Medienwissenschaftlerin), aber deren Darsteller meistens doch „echte“ Menschen sind und keine Laiendarsteller, die hölzerne Dialoge in obskuren Geschichten zum Besten geben.

Weiterlesen

4 Kommentare

Eingeordnet unter Rollenspiel

31TageQuest: Tag 22 – Was für ein Film..

..oder was für ein Buch hat Dir am meisten Inspiration für Dein Rollenspielhobby gegeben?

Schön, dass ich das jetzt zwischen einem Kaffee und einer Runde schönes Wetter geniessen schnell und einfach abhandeln kann:

https://storiesandcharacters.wordpress.com/2013/03/01/what-shaped-you-oder-der-aspekt-des-lesens/

Da müsste alles drinstehen. Over and out 😉

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Rollenspiel, Schreiben

31TageQuest: Tag 2 – Was ist Dein Lieblings-Regelsystem?

Ich könnte jetzt ja gemein sein und einfach sagen PDQ. Punkt. Und Fate. Noch ein Punkt. Ist aber wahrscheinlich nicht im Sinne der Challenge, und ein bißchen langweilig ist es auch. Außerdem ist die Antwort auch nicht ganz so simpel.

Im Grossen und Ganzen mag ich regelarme Systeme. Ein Rollenspiel, dessen Regelteil in ein Büchlein passt, weckt definitiv mein Interesse (deswegen hab ich auch Destiny Beginner hier im Regal stehen, auch wenn ich gestehen muss, dass ich es bisher noch nicht wirklich intensiv gelesen habe..). Und so schafften es zwei Systeme noch vor Fate und PDQ, mich zu fesseln: Primetime Adventures und Dogs in the Vineyard (eigentlich gehört auch Fiasko in diese Reihe, aber PtA und DitV waren zeitlich näher einander). Plötzlich hatte ich Spiele in der Hand, die genau das unterstützten, was ich bei den klassischen Systemen immer vermisst hatte: Regeln, die Drama unterstützen, ja es sogar fördern und fordern. Allerdings gilt für beide Spiele, dass System und Setting eng miteinander verbunden sind, und daher gehören sie mich schon zur Antwort auf die Frage, sind aber nur die halbe Miete.

Reine Systeme, die das unterstützten, was ich wollte, fand ich dann in Fate (auch wenn Fate und ich zwischendurch mal eine Beziehungspause hatten, als es was mit diesem Dresden Files angefangen hat..) und PDQ(#). Der Spieler darf mit seinen Punkten die Welt mitbestimmen, ein Charakter wird nicht mehr von simplen Zahlen bestimmt, sondern von Aspekten oder Qualities (wie habe ich diese Diskussionen in Shadowrun gehasst: „Ich bin viel klüger als Du, ich hab Intelligenz 5!“) und Fanmail geben und verteilen macht einfach Spaß.

Achja, und in ein Buch (Fate Core, Malmsturm, Jaws of the Six Serpents) passen beide Systeme auch 😉

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Rollenspiel, Schreiben

What shaped you? oder: Der Aspekt des Lesens

Eine Sache, die mir bei Fate besonders gefällt, sind die Fragen, mit denen man sich Aspekte generieren kann. Bei Dresden Files ist eine dieser Fragen eben „What shaped you“, was hat Dich geformt, was hat Dich zu dem gemacht, der Du jetzt bist. Das soll jetzt aber keine metaphysische Abhandlung werden über das Sein an sich, sondern eher zu einem Teilaspekt: Wie wurdest Du zu dem Rollenspieler, der Du jetzt bist?

Als neulich im Tanelorn die Diskussion aufkam über das Lustige Taschenbuch Fantasy, fiel mir wieder ein, dass ich diese Geschichten als Kind unglaublich gerne gelesen habe. Vielleicht haben sie mich auch zu einem guten Teil beeinflusst, aber ich weiss, dass die „Hauptschuld“ bei einem anderen Werk zu suchen ist, in einer ganz anderen Richtung: Schuld ist tatsächlich Star Wars.

Ich muss 12 oder 13 gewesen sein, als ich die Trilogie zum ersten Mal im Fernsehen gesehen habe, und fortan wollte ich mehr davon. Meine schon immer fantasybegeisterte Mutter beschloß, ihrer Tochter drei grüne Bücher in einem Schuber zu geben, die sie selber schon gelesen hatte, und wenn ich etwas theatralisch sein darf, damit besiegelte sie mein Schicksal. Kluge Köpfe wissen natürlich, dass es sich bei den drei grünen Büchern in dem Schuber um den „Herrn der Ringe“ von J.R.R. Tolkien handelte. Auch wenn das mit Star Wars vielleicht ausser der fantastischen Grundprämisse so gar nichts gemein hatte, las ich die drei Bücher mit Begeisterung. Anschliessend den „Kleinen Hobbit“. Dann das „Silmarillion“. Dann wollte ich alles auch auf Englisch lesen. Science-Fiction war zu diesem Zeitpunkt längst abgeschrieben, aber mein Wunsch, selbst fantastische Welten zu erschaffen und zu bereisen, war geboren. Es dauerte noch lange, bis aus dem fantasybegeisterten, fantasyschreibenden Mädchen eine rollenspielende Frau wurde, aber ich behaupte, dass „Star Wars“ und vor allen Dingen „Der Herr der Ringe“ mich zu einem guten Teil zu der gemacht haben, die ich jetzt bin. Zumindest, was das Schreiben und das Spielen angeht.

Und was war es bei euch? Welches Buch hat euch auf eurem Weg in das Spiel oder währenddessen beeinflusst?

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein, Leben und Anderes, Rollenspiel, Schreiben

Setting-Recycling

Seit ca. zwei Wochen bin ich stolze Besitzerin eines Malmsturm-Regelwerks. Mal abgesehen davon, dass ich ganz fasziniert bin von diesem Buch bin – vor allen Dingen wegen seines Inhaltes, nicht wegen des Goldschnitts oder ähnlicher Oberflächlichkeiten – hat es mich zum einen mit FATE wieder versöhnt (eine lange Geschichte voller Mißverständnisse..) und zum anderen meine latente Begeisterung für Sword&Sorcery wieder entzündet.

Auch wenn ich von letztgenanntem außer dem großartigen aber leider wenig beachteten „Barbarians of Lemuria“ nicht wirklich viel Plan habe (ja gut, ich habe Conan und Solomon Kane gesehen – letzteren, ich gebe es zu, auch ein wenig wegen seines Hauptdarstellers), würde ich gerne eine solche Welt, garniert mit Eis und Schnee, Magie, starken Helden und dunklen Geheimnissen, mit Malmsturm bespielen (meine geheime Leidenschaft für Symphonic Metal spielte da übrigens auch noch eine Rolle, aber darüber breite ich jetzt definitiv den Mantel des Schweigens..)

Schnell war klar, dass die Hauptpersonen des Settings eine Art Wikinger und Kelten sein sollten, aber: Wer waren ihre Gegenspieler? Wo genau lebten sie und wovon träumten sie? Was machte sie aus? Warum war ihre Welt voller Eis und Schnee? Zwei Völker waren ein wenig für tragische und epische Dramen.

Und damit kommen wir zum Titel des Blogeintrags.

Seit ich vor Jahren die „Diebeswelt“-Anthologien gelesen hatte (wer die nicht kennt, nachholen, lohnt sich! *werbedurchsageende*), wollte ich gerne eine „Shared World“ schreiben. Nur leider fehlten mir dazu die berühmten Schriftsteller-Freunde und Internet, um solche Leute zu suchen, gab es damals auch nicht. Also lag der Entwurf in der Schublade, erfuhr hier und da ein paar Änderungen, fesselte mich aber nie so sehr, als dass ich gerne daran gearbeitet hätte. Während Cathedral mit Versatzstücken aus anderen früheren Werken versetzt wurde und diese damit ein neues Ganzes füllten, versauerte die arg stereotype Welt von Uttermost, bis ich Orte, Charaktere und vor allen Dingen einen Namen für das neue Setting brauchte – also Setting-Recycling. Neu ausgelabelt als „Chroniken von Udyra“ wird meine ehemalige Shared World hoffentlich auf dem Sommertreffen des Tanelorn ihren ersten Auftritt haben.

Ein Vorgeschmack gefällig?

Einst war Udyra eine blühende Welt voller Leben und Wärme. Die Sommer im Norden waren kurz, aber warm, und sie genügten, um eine ausreichende Ernte von unseren Feldern einzufahren. Unsere Brüder, die Kjelturi, trieben mit uns Handel, und ihre Töchter heirateten unsere Söhne und machten sie zu Fürsten ihres Volkes. Ihre Söhne wurden mächtige Krieger in unseren Reihen, und die Firnsbani, jene, die mit Geist und Körper das Eis der Schattenberge in Schach hielten, wurden beinahe zu Helden der Steinsäle, in denen man sich im Winter Geschichten erzählt von Felswyrmen und Eisriesen.

Aus den fernen Ländern des Südens kamen Händler und Gelehrte über die Ebene der Alten zu uns und berichteten uns von Oleamber und seinem gottgleichen Herrscher, Kel Arkonas, und wir staunten bei der Beschreibung von Gebäuden aus purem Gold und Frauen, die so schön sein mussten, dass die Mächtigen ihre Reiche für eine einzige Nacht mit ihnen versetzten.

Doch der Sommer konnte nicht ewig anhalten, denn der Gottgleiche bekam einen ersättlichen Appetit, und in seinem Hunger verschlang er ein Fürstentum nach dem anderen zwischen uns und seinem Reich. Von Norden begann sich etwas zu regen, dessen Namen wir nicht nennen wollen, denn schon ein Flüstern lässt die Flamme im Herd erlöschen und sein Schatten ängstigt die Kinder und tötet die Alten im Schlaf. Die Firnsbani, unsere einzige Hoffnung in der Nacht des Winters, verschwanden.

Im Westen zogen sich die Oldoken, die mächtigen Krieger, die auf Echsen, die hoch wie Häuser sind, in ihr Grasland zurück und verliessen uns, denn nur sie hielten den Gottgleichen und die Rindenhäutigen, die ihm zur Seite stehen, auf.

Doch wir sind Jotmani, und mit unseren Brüdern, den Kjelturi, werden wir Eis und Schatten besiegen und Udyra zu neuer Blüte verhelfen.

(Fragment eines Buches, gefunden in Altekor, nachdem es von den Leambi zerstört wurde)

2 Kommentare

Eingeordnet unter Musik, Rollenspiel, Schreiben

Cathedral – Das große Ganze

Bevor ich mit dem Setting einsteige, möchte ich erst einmal beschreiben, wie ich auf die Idee kam, dass Kathedralen eine Bereicherung für das Fantasy – Rollenspiel sein könnten.

Es begab sich im Jahr 2008, dass ich eine Hausarbeit für ein Proseminar in Geschichte verfassen musste. Thema des Proseminars war „Die Stadt im Mittelalter“ (ein unglaublich spannendes und breites Feld) , und Thema meiner Arbeit waren Kathedralstädte. Was das im einzelnen ist, würde jetzt etwas zu weit führen, aber Kurzfassung ist, dass es im Mittelalter einige Bischöfe gab, die ihre Stadt nach dem Vorbild Roms planten und die Kirchen genauso anlegten. Hinter dem Ganzen steckte natürlich auch noch eine gewisse Symbolik, aber viel interessanter fand ich die Idee, wie sich vielleicht ein Dombaumeister in einer dieser Städte gefühlt hat, was er gedacht hat und wie er gearbeitet hat.

Da könnte man ja was draus machen.. Einen historischen Roman vielleicht? Aber da muss man so elendig viel recherchieren, und außerdem wird man dann doch von den Geschichtsfreaks angemaunzt, dass aber diese und jene Steinmetztechnik erst in Italien im Jahre 1234 erfunden wurde und deswegen der Roman so schlecht ist, weil die Autorin das nicht weiß und die Technik ins Kaiserreich von 1233 verlegt hat.

Außerdem schwebte mir als Hauptcharakter eine Frau vor. Sie behauptet sich in der Männerdomäne und hat ständig mit einem intriganten Kirchenmann zu kämpfen, der sie eigentlich mag, aber auch nicht wirklich zulassen kann, dass eine Frau Baumeisterin ist. Und über allem schwebte irgendwie eine flirrende Hitze, die es in Mitteleuropa zu keiner Zeit im Mittelalter gegeben hat. Es musste also Fantasy werden.

Genauer gesagt, Endzeit. Irgendetwas war der Erde zugestossen, so daß sich wieder ein Pseudo – Mittelalter etabliert hatte, und in dessen Zentrum stand der Bau der Kathedralen. Ein paar Zutaten kamen aus einem anderen Endzeitsetting, das ich vor Jahren mal gebastelt hatte, und dass wie so vieles nicht über eine Seite und eine Sammlung von Personen und Städtenamen herauskam, und fertig war „Cathedral“.

Und dann lag es da erst einmal. So ein richtig roter Faden für eine Story wollte mir einfach nicht einfallen.

Dann kam die Challenge 2010 im Tanelorn. Eigentlich hatte ich überhaupt keine Zeit, aber ich wollte mein Glück probieren und aus der Lose – Blatt – Sammlung mit Namen „Cathedral“ ein Konzept stricken. Vorgabe waren 6h, die konnte ich mir abknapsen. Aus einer Idee wurde ein Konzept, aber immer noch kein Spiel.

Welches System würde Cathedral am besten unterstützen? Savage Worlds? Fate? Beide erfüllten jedoch nicht wirklich das, was ich wollte. Da kam mir der Zufall in Form von PDQ zu Hilfe. Das würde es werden. Das SOLL es werden.

Und nun Bühne frei für „Cathedral“.

Die Wüste hatte sich das Land zurück erobert. Die Sonne, früher Lebensspenderin, brannte unbarmherzig alles nieder, was uns ein Überleben gesichert hätte. Wesen, schrecklicher als wir uns in unseren schrecklichen Alpträumen ausmalen konnten, zogen durch die Dörfer und hinterliessen Tod und Leid. Wir wussten nicht, was wir tun sollten, ausser auf den Tod durch Hunger oder die, die sich dem Leben in der Hölle angepasst hatten, zu warten.

So verliessen wir unsere Ansiedlungen und zogen in die Städte, doch auch sie boten uns wenig Schutz, denn sie waren zu klein, und es mangelte ihnen an Waffen und Möglichkeiten der Verteidigung.

Doch dann kamen die Kanthor, und sie lehrten uns, ihnen zu folgen. Auch wenn wir nicht wussten, woher sie kamen und was ihre Ziele waren, doch sie erzählten uns von der Mutter des Lichts und wie es früher war, vor der Wüste und dem Leid. Sie hiessen uns, riesige Gebäude zu Ehren der Mutter zu bauen. Riesige Gebäude entstanden, und mit ihnen wurden die Hütten der Dombaumeister gegründet. Nur sie wussten, wie man die Kathedralen baute, nur sie kannten die Geheimnisse von Stein, Eisen, Holz und Glas.

Das brachte ihnen Lob und Anerkennung, aber auch Neid und Missgunst, von Seiten der Kanthor ebenso wie von Seiten der Mutter.

Aber wie können wir in diesen Zeiten uns unseren kleinlichen Parteigängen widmen, wenn doch vor den Toren unserer Städte etwas viel grösseres lauert?

(Chroniken von Warusa)

4 Kommentare

Eingeordnet unter Rollenspiel, Schreiben