Here comes the bogeyman

Und da bin ich doch noch vor der Pause mit einem Beitrag zum Rollenspielkarneval diesen Monat zum Thema „Monster“.

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Das Monster unter dem Bett – auch bekannt als Monster im Schrank – ist die Manifestation der kindlichen Ängste in allen Zeiten und über alle Kulturen hinweg.

Es war schon immer da.

Wenn die Kinder in ihre Betten gebracht wurden, wartete es ab. Ihre kleinen Körper strahlten die Wärme und das Leben ab, die es so dringend brauchte. Es war ein Schatten, und nur im Schatten konnte es überleben. Wäre es hervorgekommen und hätte sich offen gezeigt, hätten die Frauen geschrien und die Männer es getötet. Und so wartete es, beobachtete, wie sich die Decken im Rhythmus der Atemzüge hoben und senkten, wie der Feuerschein oder das Licht einer Strassenlaterne ihre kleinen Gesichter in warmes Licht tauchte. Kein Laut störte die Stille, seinen ständigen Begleiter. Kinder hassen die Stille, denn sie wissen, dass in ihr das Böse lauert, ebenso wie im Schatten. Im Gegensatz zu den Erwachsenen, die vergessen haben, dass sie schon einmal hier waren, dass sie ein Teil eines ewigen Kreislaufs sind und eine Verbindung zu dem, was vor ihnen war, haben, können Kinder sehen. Sie wissen, dass noch mehr existiert als das, was wir alle sehen können. Sie nehmen die Zeit nicht im Fluss wahr, sondern erinnern sich an vergangene Tage, an das, was war.

Und doch haben die Menschen haben ES gemacht und genährt, über die Jahrhunderte und Jahrtausende hinweg. Der Mensch fürchtet sich vor dem Dunkel der Nacht, vor den Schatten und der Abwesenheit von Licht. Er kann nicht sehen, was sich darin befindet, darum hat er das Licht gesucht, das Feuer gebändigt und es so weit gebracht, dass es immer und überall vorhanden ist. Doch gleichzeitig hat er das Dunkle noch dunkler gemacht, und zum Nährboden für all jenes werden lassen, das nicht sein darf, aber doch existiert.

Ein Kind, allein gelassen in der Nacht, erwacht aus einem Alptraum und ruft nach seinen Eltern – gleichzeitig wurde ES unter seinem Bett ins Leben gerufen, in der einen Stelle, wo das Licht niemals hinfällt. Jede Nacht, wenn irgendwo auf der Welt ein Kind schlecht geschlafen hat, wenn es sich vor dem Dunkeln fürchtet, wurde es größer und stärker.

Die Kinder wissen, dass es da ist. Es manifestiert sich auf unterschiedlichste Weise, mal als Schwarzer Mann, mal als körperloses Wesen, es lebt unter ihrem Bett, oder in der hintersten Ecke ihres Schranks und in der dunklen Zimmerecke, die auch tagsüber ein wenig dunkler ist als alle anderen. Es nährt sich von ihren Ängsten, es lauert, und es wartet. Denn eines Tages wird das Dunkel stärker sein.

Der Bogeyman – oder Schwarze Mann – ist ein Phänomen, dass sich durch alle Kulturen zieht. Meistens wird er von den Erwachsenen, respektive Eltern, dazu genutzt, um den Kindern Angst zu machen und sie so gleichzeitig zu disziplinieren. Der Bogeyman ist ein anthropomorphes Wesen, das meistens eine männliche Gestalt annimmt. Er lebt im Dunkeln, unter (Kinder-)Betten, in Schränken oder hinter Kellertüren. Die Erwachsenen nutzen ihn zwar als Drohmittel, doch sehen können ihn nur die Kinder, da sie noch einen ganz anderen Zugang zur Welt hinter der Welt haben. Sie verlieren diese Fähigkeit mit zunehmendem Alter.

Die Bogeyman existieren, und sie brauchen stetig neue Nahrung. Sie manifestieren sich aus den Ängsten der Kinder und ernähren sich von diesen. Doch gleichzeitig müssen sie immer weiter Angst und Schrecken verbreiten, um sich ihre Nahrungsquellen zu sichern und um dafür zu sorgen, dass ihre Art nicht ausstirbt. Es gibt auch andere Wege, wie sich Schatten manifestieren können – der Winter, den die Menschen mit bunten Umzügen zu vertreiben suchen, ist einer davon, oder der Klabautermann, der auf den Schiffen die Meere dieser Welt umreist, um die Mannschaft vor drohenden Gefahren zu warnen.

Sie alle entstehen aus der menschlichen Vorstellungskraft, sie waren schon immer da, und der Glaube an sie macht sie stark. Manche sind gut, viele sind böse, denn sie stammen aus einer Welt hinter der Welt, in der andere Gesetze regieren.

Im Rollenspiel: Prädestiniert für den Einsatz einer solchen Kreatur sind natürlich Horror-Rollenspiele wie Cthulhu oder Unknown Armies. Aber auch Spiele mit Urban Fantasy-Hintergrund wie Dresden Files eignen sich dazu, ein „Monster unter dem Bett“ auftreten zu lassen. Vielleicht hat eines dieser Wesen seinen Schatten verlassen und macht nun aktiv Jagd auf Kinder. Oder aber die Spielercharaktere müssen sich in die Welt der Schatten begeben, und erfahren die Wahrheit hinter all den Legenden und Spukgeschichten, an die sie als Kinder geglaubt haben.

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Eingeordnet unter Allgemein, Rollenspiel, Schreiben

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