Monatsarchiv: Mai 2011

Cathedral – Das große Ganze

Bevor ich mit dem Setting einsteige, möchte ich erst einmal beschreiben, wie ich auf die Idee kam, dass Kathedralen eine Bereicherung für das Fantasy – Rollenspiel sein könnten.

Es begab sich im Jahr 2008, dass ich eine Hausarbeit für ein Proseminar in Geschichte verfassen musste. Thema des Proseminars war „Die Stadt im Mittelalter“ (ein unglaublich spannendes und breites Feld) , und Thema meiner Arbeit waren Kathedralstädte. Was das im einzelnen ist, würde jetzt etwas zu weit führen, aber Kurzfassung ist, dass es im Mittelalter einige Bischöfe gab, die ihre Stadt nach dem Vorbild Roms planten und die Kirchen genauso anlegten. Hinter dem Ganzen steckte natürlich auch noch eine gewisse Symbolik, aber viel interessanter fand ich die Idee, wie sich vielleicht ein Dombaumeister in einer dieser Städte gefühlt hat, was er gedacht hat und wie er gearbeitet hat.

Da könnte man ja was draus machen.. Einen historischen Roman vielleicht? Aber da muss man so elendig viel recherchieren, und außerdem wird man dann doch von den Geschichtsfreaks angemaunzt, dass aber diese und jene Steinmetztechnik erst in Italien im Jahre 1234 erfunden wurde und deswegen der Roman so schlecht ist, weil die Autorin das nicht weiß und die Technik ins Kaiserreich von 1233 verlegt hat.

Außerdem schwebte mir als Hauptcharakter eine Frau vor. Sie behauptet sich in der Männerdomäne und hat ständig mit einem intriganten Kirchenmann zu kämpfen, der sie eigentlich mag, aber auch nicht wirklich zulassen kann, dass eine Frau Baumeisterin ist. Und über allem schwebte irgendwie eine flirrende Hitze, die es in Mitteleuropa zu keiner Zeit im Mittelalter gegeben hat. Es musste also Fantasy werden.

Genauer gesagt, Endzeit. Irgendetwas war der Erde zugestossen, so daß sich wieder ein Pseudo – Mittelalter etabliert hatte, und in dessen Zentrum stand der Bau der Kathedralen. Ein paar Zutaten kamen aus einem anderen Endzeitsetting, das ich vor Jahren mal gebastelt hatte, und dass wie so vieles nicht über eine Seite und eine Sammlung von Personen und Städtenamen herauskam, und fertig war „Cathedral“.

Und dann lag es da erst einmal. So ein richtig roter Faden für eine Story wollte mir einfach nicht einfallen.

Dann kam die Challenge 2010 im Tanelorn. Eigentlich hatte ich überhaupt keine Zeit, aber ich wollte mein Glück probieren und aus der Lose – Blatt – Sammlung mit Namen „Cathedral“ ein Konzept stricken. Vorgabe waren 6h, die konnte ich mir abknapsen. Aus einer Idee wurde ein Konzept, aber immer noch kein Spiel.

Welches System würde Cathedral am besten unterstützen? Savage Worlds? Fate? Beide erfüllten jedoch nicht wirklich das, was ich wollte. Da kam mir der Zufall in Form von PDQ zu Hilfe. Das würde es werden. Das SOLL es werden.

Und nun Bühne frei für „Cathedral“.

Die Wüste hatte sich das Land zurück erobert. Die Sonne, früher Lebensspenderin, brannte unbarmherzig alles nieder, was uns ein Überleben gesichert hätte. Wesen, schrecklicher als wir uns in unseren schrecklichen Alpträumen ausmalen konnten, zogen durch die Dörfer und hinterliessen Tod und Leid. Wir wussten nicht, was wir tun sollten, ausser auf den Tod durch Hunger oder die, die sich dem Leben in der Hölle angepasst hatten, zu warten.

So verliessen wir unsere Ansiedlungen und zogen in die Städte, doch auch sie boten uns wenig Schutz, denn sie waren zu klein, und es mangelte ihnen an Waffen und Möglichkeiten der Verteidigung.

Doch dann kamen die Kanthor, und sie lehrten uns, ihnen zu folgen. Auch wenn wir nicht wussten, woher sie kamen und was ihre Ziele waren, doch sie erzählten uns von der Mutter des Lichts und wie es früher war, vor der Wüste und dem Leid. Sie hiessen uns, riesige Gebäude zu Ehren der Mutter zu bauen. Riesige Gebäude entstanden, und mit ihnen wurden die Hütten der Dombaumeister gegründet. Nur sie wussten, wie man die Kathedralen baute, nur sie kannten die Geheimnisse von Stein, Eisen, Holz und Glas.

Das brachte ihnen Lob und Anerkennung, aber auch Neid und Missgunst, von Seiten der Kanthor ebenso wie von Seiten der Mutter.

Aber wie können wir in diesen Zeiten uns unseren kleinlichen Parteigängen widmen, wenn doch vor den Toren unserer Städte etwas viel grösseres lauert?

(Chroniken von Warusa)

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Und sonst so..?

Bevor ich Cathedral vorstelle, mein derzeit erklärtes Lieblingssetting, ein kleiner Überblick, was sonst noch in der Ablage mit den Schreibsachen liegt: Ein Science – Fantasy – Setting mit Cyberpunk – Einschlag (in der Anduin 97 findet sich auch ein systemloses Abenteuer dazu), das auf dem Planeten „Kelsa“ spielt und auch den gleichnamigen Titel trägt. Ein Low – Fantasy – Roman. Ein namenloses Setting, von dem ich nicht weiß, was ich damit machen soll (dazu gerne später mehr an anderer Stelle). Und eine Idee, die mir im Kopf herumspukt, seit ich „Thieves World“ gelesen habe: Das Konzept für eine Shared World.

Auf meinem Rechner findet sich noch eine Menge mehr.

Teilweise sind die Sachen schon „uralt“ (heisst, ich habe schon vor zehn oder mehr Jahren angefangen, mir die Sachen auszudenken, aber jetzt bearbeite ich sie oder „recycle“ meine eigenen Ideen ), teilweise neu, und ob ich jemals alles hinbekomme, steht in den Sternen. Aber man sollte niemals nie sagen..

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Meadow Explorers

Für das Setting „Meadow Explorers“ (System der Wahl ist nach wie vor FATE, das Setting stammt aus der Challenge 2009) habe ich mir einen Gastschreiber eingeladen. Wer könnte besser Kleestadt und Flutenheim vorstellen als der Erste der Händlergilde von Kleestadt, Orphreno Tettigonia?

Erforsche das Unerforschte. Sei tapfer. stelle Dich deiner Angst.

Vergiss die Bande deines vorherigen Lebens.

Sei ein Entdecker

(Cordulius Aeneus)

Willkommen in Kleestadt, Wanderer.

Solltest Du Dich zum ersten Mal in unsere schöne Stadt im Herzen der Wiese begeben haben, so sei uns gegrüsst und lass uns Dir einige Worte über Kleestadt, die Wiese und die nähere Umgebung mit auf den Weg geben.

Kleestadt ist eine sehr moderne Stadt, wie Du an unserer Tausendfüßlerbahn mit ihren zahlreichen Haltestellen und unserem Lufttaxi-Service White, Brimstone & Atalanta sehen kannst. Auf unserem Fliegenmarkt inmitten der Stadt werden Dir nur auserwählte Speisen und Getränke angeboten, von vergorenem Blattlaussaft Marke „Formica Fly“ bis hin zu erlesenen Spezialitäten aus der Baronie Nymphaea.

Sollte Dir mehr an geistigen Genüssen gelegen sein, so besuche die Accademia Arachnoida, die in der ganzen Wiese ihresgleichen sucht. Die neuesten Dampfmaschinen und Gerätschaften werden hier ausgetüftelt, aber auch die Alchemie, Heilkunde oder Astronomie sind Dinge, die uns unsere achtbeinigen Brüder nahebringen. Gerüchte besagen, dass Archibald Regulus, berühmtester aller Ingenieure, neuerdings an einer Erfindung arbeitet, die er „Automobilum“ nennt. Näheres werden wir zu gegebener Zeit erfahren.

Steht es Dir mehr nach leichter Muse, Wanderer, dann begebe Dich in eines der zahlreichen Varietes und Kleinkunsttheater. Leichtfüssige Schnaken und elegante Schmetterlinge erwarten Dich und zeigen Dir ihre Künste. Lass Dich nicht von den zwielichtigen Gestalten bedrängen, den Motten und Nachtfaltern, die Etablissements übelster Art in der Unterstadt führen, sogar Häuser der käuflichen Zuneigung, wie man hört.

Solltest Du ein wenig Zeit mitbringen, Wanderer, dann besuche auch das Avisparium, um um den Segen der „GROSSEN“ zu bitten. Die Brüder und Schwestern vom Orden der Bumblebriars werden Dich zu den Priestern geleiten und für Dein Wohl sorgen. Gegen einen kleinen Obolus werden sie für Deine Seele beten. Du wirst merken, wie erleichtert Du Dich dann fühlst.

Neben dem Avisparium findest Du, aufmerksamer Wanderer, unseren Königspalast, den Jasmingarten. Sollte ein grün-goldenes Banner wehen, sind König Charles XXIII., Erster der Eskarabi, Bewahrer der Geheimnisse, Hüter der Schlüssel und seine Gemahlin, die liebreizende Rosianne Güldenstern, das Juwel von Kleestadt anwesend.

Verlässt Du die Stadt durch das Westtor, so gelangst Du in kürzester Zeit nach Rufaburg, wo die Ameisen leben. Halte Dich dort nicht lange auf, sondern setze Deinen Weg nach Osten fort, dann, erreichst Du auf kürzestem Weg den Ordo Technica Magnae und die Heimstatt der Freloniten. Vermeide engen Kontakt mit diesen Wesen, sie stellen die Technik über alles.

Wendest Du Dich nach Norden, wirst Du die hohen Hallen von Flutenheim und Nymphaea sehen, wo die Drachenfliegen ihre Kampfkünste ausprobieren.

Doch wende Dich nicht weiter nach Norden, denn dort steht die BÜCHSE. Dies ist das Gebiet der Entdecker, halte Dich fern von hier. Doch wenn Du unbedingt dort hingehen willst – wir haben Dich gewarnt..

gez. Ophrenio Tettigonia, Erster der Händlergilde von Kleestadt

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Splash! – Intrige war gestern

.. das ist der Titel meines ersten Rollenspiels, entstanden im Rahmen der Tanelorn – Challenge im Jahr 2008. Man merkte dem ersten Entwurf leider nur allzu deutlich an, daß ich zu diesem Zeitpunkt außer Shadowrun und ADND noch nicht viel gespielt hatte (außer dem einen oder anderen Oneshot) und daher war das System ein wenig.. einfach. Es bestand aus W6, sechs Schwierigkeitsstufen und „würfel mal, ob Du es schaffst“.

Natürlich habe ich damit weder einen Blumentopf noch die Tanelorn – Challenge gewonnen, aber die Idee ist eigentlich zu gut, um sie zu verwerfen. Aber einfach W6 würfeln, ohne wirkliche Systematik und vor allen Dingen Verstand? Das eigentlich interessante an einem Spiel auf einem Kreuzfahrtschiff ist doch gar nicht die Tatsache, ob der Detektiv rumdetektiviert oder die reiche Witwe vom Heiratsschwindler über den Tisch gezogen wird. Das Interessante, und das ist beim Rollenspiel wie beim Romanschreiben eigentlich gleich, sind die Konflikte, und nicht nur die physischen, sondern auch die sozialen.

Hä? Soziale Konflikte ausspielen? Das soll funktionieren?

Spätestens seit Fate ist dieses Konzept in aller Munde, und auch der neue (Roh-) Entwurf von Splash kennt soziale Konflikte. Kern ist bisher, dass sich jeder Spieler eine Art Archetypen baut (Die reiche Witwe, der Gigolo, der nervige Teenager) und diesem drei Eigenschaften gibt. Die für ihn wichtigste Eigenschaft belegt er mit W8, die nächste mit W6 und die unwichtigste mit W4.

Ein wichtiges Stichwort der Challenge war damals „Verlangen“, das für jeden Charakter individuell ist, und das natürlich auch dem anderer Charaktere gegenüberstehen kann: Der Erste Offizier will immer Kapitän werden, der Kapitän wird ihm diesen Posten mit Sicherheit nicht freiwillig überlassen. Für solche Situationen könnte ich mir ein unterstützendes System vorstellen wie zum Beispiel in Dogs in the Vineyard.

Das Spiel ist rundenbasiert und orientiert sich an den Stationen einer klassischen Kreuzfahrt (ja, an Weihnachten gucke ich auch ab und an mal das Traumschiff ;)) , und am Ende sollte jeder Charakter versucht haben, sein „Verlangen“ durchzusetzen.

Soweit der erste Stand.

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Moin moin

Willkommen auf storiesandcharacters, dem Entwickler – Blog zu meinen immer noch unfertigen Rollenspiel – Ideen und zu Dingen, über die ich sonst noch schreibe – seien es nun Romane, Kurzgeschichten oder Artikel für Magazine.

In (un)regelmäßigen Abständen wird es dann hoffentlich Updates geben zu meinen Projekten, vornehmlich zu den Spielen Splash! (Tanelorn – Challengebeitrag 2008), Meadow Explorers (ein Setting aus der Tanelorn – Settingchallenge von 2009, das ich gerne mit FATE spielen würde) und Cathedral (ebenfalls „nur“ ein Setting aus der Tanelorn – Frühjahrschallenge 2010, für das ich PDQ im Auge habe).

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